Mittwoch, 16. Juni 2010

Saturday Night Fever

Am Samstag hatte eine befreundete Studentin in ihrem 21. Geburtstag hinein gefeiert, was uns dann Anlass gab, zum ersten Mal tanzen zu gehen. Nachdem ich davon ausgegangen war, dass sie sich einen eigenen Kucken backt, hab ich mich nur um einen Gutschein als Geschenk gekümmert. Dann habe ich in der Bar gehört, dass ihr Kuchen auf Grund fehlender Zutaten nicht geklappt hat. Deshalb war sie ganz traurig das erste Mal ohne Kuchen ihren Geburtstag feiern zu müssen.

Das konnte ich doch nicht zulassen, ich bin also um halb 12 am Samstag noch mal aus der Bar und hab mich auf die Suche nach einem Kuchen gemacht. Hat natürlich keine Bäckerei mehr auf und in den Restaurant kostet ein Stück Kuchen oder Torte bekanntlich um die 6 Dollar. Aber wozu bin ich denn in New York City, da gibt es natürlich noch einen Supermarkt in der Nähe, der rund um die Uhr geöffnet hat.
Dort habe ich dann für günstige 20 $ eine Oreo Keks Torte erstanden (für die, die Oreos nicht kennen: reichhaltige Schokoladenkekse mit Milchcreme, ein Klassiker hier). Dann war es auch schon viertel vor 12 und ich musste schnellst möglichst über 5 Blocks in die Bar zurück...noch ein Vorteil in New York: einfach die Hand heben oder pfeifen und eines der tausend gelben Taxis anhalten, weitaus einfacher als in Indien :) wobei die Fahrer hier auch kaum Englisch können. 5 Minuten später und 6 Dollar ärmer war ich dann noch rechtzeitig da und konnte pünktlich um 12 die Torte überreichen. Das Barpersonal hat auch nicht schlecht geguckt, weil es ganz offensichtlich ein 21. Geburtstag war. Und Leute unter 21 dürfen hier ungelogen nirgendwo rein, weder in irgendeinen Club noch in eine Bar. Da sind die Amerikaner absolut streng, wir haben es selbst 1 Woche vor dem 21. Geburtstag versucht und sind immer noch nicht mal in eine normale Bar/Restaurant gekommen. Wenn man hier übrigens in der Öffentlichkeit trinkt oder raucht, kommt man einen Tag ins Gefängnis, kein Scherz! Nichts mit Wegbier oder Feiern im Park. Das sollten sie mal den Berlinern erzählen!
Dann dürfen die Amerikaner aber mit 16 schon Auto fahren und werden mit 18 in den Krieg geschickt ohne jemals betrunken gewesen zu sein. Meiner Meinung nach ein Fehler im Konzept.

Naja auf jeden Fall war die Torte eine sehr gute Idee und hat sehr viel Freude bereitet, auch wenn sie quasi nur aus Sahne und Keksen bestand. Danach sind wir dann das erste mal Tanzen gegangen. Gleich in einen richtigen Szeneclub mit nur Afroamerikaner. Bis auf dass ich noch nicht mal ansatzweise zum Rap und Hip Hop tanzen kann wie die, hat es aber Spaß gemacht und ich habe beim Tanzen auf Grund von Platzmangel und fehlender Klimaanlage auch die Torte wieder abtrainiert.

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