...Sonntag morgen hab ich dann ganz verschlafen im Bett morgens das Spiel angeguckt per Lifestream, um 10 wollte ich mich dann doch nicht in eine Bar setzen. Hab aber fleißig vorm Laptop gejubelt und das Apartment auf Trab gehalten :)
Danach gings bei dem schönen Wetter ab zu meiner ersten Fahrrad Tour durch Manhattan, voll cool. Wenn man am Rand von Manhattan fährt und nicht im Verkehr in der Stadt, ist das auch sehr angenehm. Trotzdem sehr vorbildlich sogar mit Helm, Mama :) Wir sind an der ganzen Westseite heruntergefahren und quasi von einem Park in den anderen. Die sind alle zwar künstlich aufgeschüttet und angelegt, aber trotzdem sehr schön. Was wir nicht bedacht hatten war, dass an diesem Wochenende die Pryde Parade war, die größte Schwulen und Lesben Parade Amerikas. Als wir dem Stadtteil Greenwich Village dann näher kamen, wurde es dementsprechend voll. Ich hab noch nie soviele verrückt schrill aussehende Gestalten gesehen. Und noch nie so überzeugend aussehende Frauen, da fiel es selbst mir selbst schwer zu erkennen, wer jetzt welches Geschlecht hat. Und "The Village" ist das Haupt Schwulenviertel, hier befindet sich die berühmte Gay Street und die Christopher Street, nach der die "Christopher Street Days" in Deutschland auch benannt sind. War auf jeden Fall lustig sich das Spektakel anzusehen und ich fand es auch sehr cool, dass sich mal alle einfach so wie sie sind ausleben konnten an dem Tag.
Nach dem langen Trip mussten wir dann doch noch sehr schnell nach Hause radeln, denn ich hatte für abends meine Mitbewohner zu einem internationalen "Potluck" eingeladen. Das ist eine ziemlich coole amerikanische Tradition, man trifft sich mit einigen Leuten und jeder bringt was zu Essen und zu Trinken mit, von dem die anderen nichts wissen. Bei diesem Potluck sollte nun jeder was aus seinem Land mitbringen, wenn ich schon mal mit so vielen verschiedenen Leuten zusammen wohne :) Ich habe Deutschland, wie könnte es tpischer sein, mit Bratwürstchen und Sauerkraut vertreten. Deutsche Bratwürstchen habe ich leider nirgends gefunden, deshalb mussten italienische herhalten, was aber auch sehr lecker war. Außerdem gab es mexikanische Enchiladas mit Salsa und mexikanischem Bohnensalat, einen koreanischen Reiskuchen mit Zimt, Nüssen und getrockneten Früchten und amerikanische Strawberry Shortcakes. Zum Nachtisch dann noch kleine Reissüßigkeiten, die dann doch eher wie Gummi geschmeckt haben und nicht so ganz mein Geschmack waren. Da hab ich mich lieber an meine deutsche Schokolade gehalten, hab tatsächliche eine orginal Milka Schokolade gefunden! Die ist dann leider ziemlich schnell weggeschmolzen, da die europäischen Schokoladen einen viel höherern Milch und Kokosfett Anteil haben - deshalb schmecken sie aber auch besser als die amerikanischen :) Beim Essen hab ich dann auch sehr viel über die anderen Länder und Kulturen gelernt, es war sehr nett und entspannt. Nur unfassbar heiß in der kleinen Küche, nach dem ich Bratwürstchen gebraten hatte musste ich mich erst mal umziehen! Danach bin ich kugelrund und zufrieden ins Bett...
Samstag morgen mal wieder ein neues typisch amerikanisches Frühstück: French Toast. Man packt Brot - Weißbrot leider - in geschlagene Eier bis sie sich voll saugen und brät sie dann in der Pfanne. War mir nicht bekannt, ich hab mir aber sagen lassen dass das in Deutschland unter "Armer Ritter" bekannt ist, so hat es ehrlich gesagt auch geschmeckt :) aber vielleicht lag das nur am Brot. Der Belag war ziemlich gut, alle Arten von Beeren, Honig und sogar Nutella.
Abends hatte ich dann eine Einladung nach New Jersey, zu einer schwedischen Party. Zwei Tage vorher war das Mittsommerfest (Sommersonnenwende), jetzt da die längsten Tage sind. Das ist in den skandivanischen Ländern ja ein großes Fest und wird so natürlich auch in New York von den schwedischen Einwohnern gefeiert. Der Veranstalter war zwar aus Taiwan, brauchte aber ein Thema für seine Party und das hat sich angeboten. Ich war da sehr dankbar für, da er versucht hat möglichst alles schwedische Essen und Trinken was so bekannt ist heranzuschaffen, das meiste von Ikea natürlich. So gab es Köttbullar (ohne Sauce, die hat er nicht hinbekommen, also eigentlich nur Hackbällchen :)), Smörebröd, verschiedene Sorten Kekse, eingelegte Heringe (ohhh so toll salzig, endlich mal was nicht süßes) und Marabou Schokolade... ein Traum. Auf mein Anraten hin hat er sogar noch meinen Lieblingsschnaps gekauft, Linie Akvavit. Ist zwar norwegisch, aber ich habe es ihm als typisch skandinavischen Schnaps verkauft. Die Begeisterung hielt sich dann bei den Amerikanern eher in Grenzen... gar nicht deren Geschmack. Ich fands gut :) Die Leute waren auch ganz nett ^^ nein wirklich. Ich habe sehr viele nette Menschen kennen gelernt und sollte ganz viel von Deutschland schwärmen, was dann auch auf allgemeine Begeisterung gestoßen ist. Wurde nach unserem Bier und der fehlenden Geschwindigkeitsbegrenzung auf den Autobahnen gefragt, ein Traum für die Amerikaner die maximal 130 km/h auf ihren Highways fahren dürfen. Noch ein Punkt für Deutschland... Alles in allem ein sehr schöner Abend, der dann auch erst um 4 zuende war...
Da ich ja letzte Woche krank war, habe ich es für eine gute Idee gehalten mal in gesündere Gegenden zu reisen, die Berge, Seen und Wälder zu erkunden, mal ein paar Tiere zu sehen... Ich bin also spontan in das "Museum of Natural History", das Naturkundemuseum gegangen. Leider kommt man hier nicht nachts rein, den wer den Film "Nachts im Museum" gesehen hat weiß, dass hier dann alles zum Leben erwacht. Leider nicht im Tageslicht, dabei hätte ich das so gerne miterlebt. So stand der Dinosaurier leider nur stock steif da, als ich ihn besucht habe. Das Museum ist eines der Größten Museen seiner ARt auf der Welt und so kam es mir auch vor. In den 2 1/2 Stunden wo ich da war somit habe ich mir tatsächlich nur eine von 5 Etagen angucken können, und die nur im Schnelldurchgang. Hier werden alle Arten von Tieren, die jemals mal gelebt haben, alle Arten von Menschen, Lebensräume und Pflanzen, Gesteinssorten und Edelsteine und das Weltall dokumentiert; ein Planetarium ist auch eingebaut. Ich bin also durch die Lebensräume - der nachgebaute Dschungel mittendrin war sehr beeindruckend - rein nach Ozeanien. Hier hängt doch tatsächlich ein Blauwal in Lebensgröße an der Decke, mit knapp 30 Metern länge und einem Gewicht von 200 Tonnen das größte jemals existierende Säugetier der Welt . Schon cool das mal in Lebensgröße zu sehen. Bin dann zufällig auf die Halle der Meteoriten gestoßen, das fand ich ziemlich interessant weil sie einen der größten jemals gefundenen Meteoriten in der Mitte ausgestellt hatten, fast so groß wie ein Kleinwagen und man konnte am Gesteinsmuster erkennen dass er nicht von der Erde ist, wen's interessiert ^^ Um noch ein paar Superlative einzubringen, ich hab auch den größten Saphier der Welt gesehen, den "Star of India". Und ganz viele andere tolle Diamanten und Schmuckstücke, da wär schon was dabei für mich... Naja vielleicht mal als Ehering wenn ich vermögend bin :) Zum Abschluss wurde ich dann noch umsonst in eine 4D Show mit einer Reise durch Sterne und die Entstehung der Welt gelassen, da hat dann aber deren Server gestreikt und die Windows Fehlermeldungen an der Deckenkuppel verteilt, ziemlich lustig.
Bin dann raus und brauchte erst mal eine Pause vom Rumlaufen, war doch noch nicht ganz gesund. Ganz in der Nähe habe ich dann die "Magnolia Bakery" gefunden. Dort sind ziemlich viele Leute rein und raus gelaufen, ein Zeichen für gutes Essen :) Da bin ich also rein und voila, eine riesige Auswahl an Cupcakes (sowas wie Muffins), Torten und Kuchen. Ich habe mich mit einem "Peanut Butter Icebox Pie" beglückt, wenn dann auch richtig. Das erste Mal dass ich von einem Kuchen nur ein Drittel geschafft habe - der bestand aus Erdnussbutter, Eis, Erdnussbutter, Sahne, Zucker, Erdnussbutter, Schokolade und Nougat... aber war richtig gut, hab ich mir einpacken lassen. Dann habe ich auch rausgefunden, was so besonders an dieser Bäckerei ist, da einfach jedes Mädel unbedingt ein Foto davor haben wollte. Es ist die "berühmte" Bäckerei aus dieser Sereie "Sex and the City", die ja auch in New York spielt und grade ihren zweiten Film rausgebracht hat. Gut, dass ich hier in New York bin und mich so gut auskenne .. ^^
So endlich mal wieder Zeit zu schreiben... Letzte Woche hat mich die Klimaanlage erwischt, einen dauerhaften Temperaturwechsel mit 20 Grad Unterschied von U-Bahn Station zur U-Bahn, Draußen und Laden, Draußen und Büro etc. macht mein Körper dann doch nicht mit, da hilft mir noch nicht mal das viele Obst und Gemüse. Deshalb war ich dann letzte Woche gezwungen, es mal ruhiger angehen zu lassen und von zuhause zu arbeiten. Gelobt sei das flexible Arbeitssystem der IBM. Die wissen schon was sie tun.
Ein bisschen habe ich dann doch gemacht, ich wurde von meinen Mitbewohnern in die "Rooftop Lounge" eingeladen, eine Bar auf dem Dach eines Hochhauses. Da die New Yorker ja nur begrenzten Platz auf dem Boden haben, versuchen sie alles in einem Hochhaus oder auf einem Dach unterzubringen. Ich habe sogar schon Kindergärten und Spielplätze auf Häuserdächern gesehen. Ich freu mich wirklich, dass ich eigentlich vom Dorf komme und noch auf Bäume im Wald geklettert bin anstatt auf Hochhäuser. Erklär mal einem New Yorker Kind was ein Wald ist ^^ sowas wie ein Park, nur ohne Wege und Menschen. Naja, jedem das Seine. Ich habe mich sehr gefreut über die Einladung und bin obwohl ich keine Stimme hatte hingegangen. Das war dann sogar ganz hilfreich, ich habe mich sehr viel mit einer meiner koreanischen Mitbewohnerinnen unterhalten. Sie ist ein sehr netter Mensch, aber wir haben uns hauptsächlich über Zeichensprache verständigt, was sehr lustig war. Da sie in einem Wellness Hotel arbeitet, habe ich sogar das Angebot für kostenlose Maniküre und Pediküre in unserem Apartment bekommen, ziemlich cool! Auch wenn ich auch ohne tolle Nägel überleben würde, für umsonst werd ich mir das nicht entgehen lassen... Hier ist jeder zweite Laden ein Nagel Studio, ich glaube hier läuft kaum jemand rum der das nicht machen lässt, außer arme Studenten :) Die Bar war sehr schön, ein Palmengarten auf dem Dach mit Aussicht auf die nächtliche Skyline, das Empire State Building gleich nebenan. Was uns keiner vorher gesagt hat, dass dort an dem Abend eine private High-Society Party stattfindet - ich habe noch nie soviele gutgekleidete (ich sage bewusst nicht "gutaussehende") Menschen mit sovielen Champagnergläsern auf einem Haufen gesehen. Ich krankes Huhn war im Freizeit Dress mit Schal und Strickjacke gekommen und kam mir doch etwas deplaziert vor. Aber was solls dachte ich mir, dann eben wirklich Tourist sein und Fotos machen. Es war ein sehr netter Abend und bunt gemischt, hier ein paar der Berufe die anwesend waren: Filmregisseur, Kameramann, Ballettdarstellerin, Buchhalter, Molekularbiologin, Sozialarbeiter, Masseuse, Psychologin... und IBMer ^^. Die Gespräche waren demensprechend sehr interessant, es ist toll mal in ein ganz anderes Leben reinzuschnuppern.
Weil ich mich an dem Abend bei meinen zwei koreanischen Mitbewohnern beschwert habe, dass ich noch nie koreanisch gegessen habe, haben sie mich dann noch ins "K-Town" (Korea Town), dem koreanischen Viertel von New York gebracht. Ja, es gibt wirklich für jede Nationalität hier mindestens eine eigene Straße. Dort habe ich dann gleich 3 verschiedene koreanische Reis und Gemüsegerichte und Sushi ausprobiert, was sehr lecker war. Ich hoffe ich habe noch die Gelegenheit ein bisschen Kochen von Ihnen zu lernen, Bedanken kann ich mich jetzt schon auf koreanisch:
Sonntag gings dann nach dem Ausschlafen und orginal amerikanschen Pancakes mit Sirup (Pfannkuchen bei uns) natürlich zum Spiel in eine Bar. In die orginal deutsche Bar und Brauerei "Zum Schneider" hier sind wir schon 2 Stunden vorher nicht mehr rein gekommen, die Schlange ging tatsächlich einmal um den Block drumherum. Die Alternativ Bar war dann aber auch OK, viele Deutsche und Australier und gute Stimmung, zumindest bei den Deutschen. Die Australier sind nach dem 3. Tor dann gegangen...
Danach hab ich zum ersten Mal in meinem Leben "Lazer Tag" gespielt, was ganz verrücktes. Man beschießt sich dabei gegenseitig mit Lazerpistolen und versucht die andere Mannschaft zu besiegen indem man alle Spieler abschießt. Es ist sozusagen eine schmerz und farbfreie Variante von Paintball. Durch den dunklen Raum, die Hindernisse, eine Nebelmaschine + Lichtanlage und coole Musik hat's dann noch mehr Spaß gemacht. Die Pistolen haben auch ordentlich Krach gemacht und man kam sich zwischenzeitig wie in auf einem bizarren Schlachtfeld zwischen gelben Gummihindernissen in Nebel und Diskolicht vor. Obwohl ich ein recht friedliebender Mensch bin, war ich merkwürdigerweise recht gut darin, die Leute "abzuschießen", Taktik war einfach draus losstürmen und die verängstigten Leute Leute hinter ihren Gummihindernissen aufspüren. Hier mal ein Video von einer Runde Lazertag:
Nach einer Stunde wurde das Spiel allerdings eintönig. Ich hab mich dann zu einem friedlichen Abend mit Kochen nach Hause gemacht...
Am Samstag hatte eine befreundete Studentin in ihrem 21. Geburtstag hinein gefeiert, was uns dann Anlass gab, zum ersten Mal tanzen zu gehen. Nachdem ich davon ausgegangen war, dass sie sich einen eigenen Kucken backt, hab ich mich nur um einen Gutschein als Geschenk gekümmert. Dann habe ich in der Bar gehört, dass ihr Kuchen auf Grund fehlender Zutaten nicht geklappt hat. Deshalb war sie ganz traurig das erste Mal ohne Kuchen ihren Geburtstag feiern zu müssen.
Das konnte ich doch nicht zulassen, ich bin also um halb 12 am Samstag noch mal aus der Bar und hab mich auf die Suche nach einem Kuchen gemacht. Hat natürlich keine Bäckerei mehr auf und in den Restaurant kostet ein Stück Kuchen oder Torte bekanntlich um die 6 Dollar. Aber wozu bin ich denn in New York City, da gibt es natürlich noch einen Supermarkt in der Nähe, der rund um die Uhr geöffnet hat. Dort habe ich dann für günstige 20 $ eine Oreo Keks Torte erstanden (für die, die Oreos nicht kennen: reichhaltige Schokoladenkekse mit Milchcreme, ein Klassiker hier). Dann war es auch schon viertel vor 12 und ich musste schnellst möglichst über 5 Blocks in die Bar zurück...noch ein Vorteil in New York: einfach die Hand heben oder pfeifen und eines der tausend gelben Taxis anhalten, weitaus einfacher als in Indien :) wobei die Fahrer hier auch kaum Englisch können. 5 Minuten später und 6 Dollar ärmer war ich dann noch rechtzeitig da und konnte pünktlich um 12 die Torte überreichen. Das Barpersonal hat auch nicht schlecht geguckt, weil es ganz offensichtlich ein 21. Geburtstag war. Und Leute unter 21 dürfen hier ungelogen nirgendwo rein, weder in irgendeinen Club noch in eine Bar. Da sind die Amerikaner absolut streng, wir haben es selbst 1 Woche vor dem 21. Geburtstag versucht und sind immer noch nicht mal in eine normale Bar/Restaurant gekommen. Wenn man hier übrigens in der Öffentlichkeit trinkt oder raucht, kommt man einen Tag ins Gefängnis, kein Scherz! Nichts mit Wegbier oder Feiern im Park. Das sollten sie mal den Berlinern erzählen! Dann dürfen die Amerikaner aber mit 16 schon Auto fahren und werden mit 18 in den Krieg geschickt ohne jemals betrunken gewesen zu sein. Meiner Meinung nach ein Fehler im Konzept. Naja auf jeden Fall war die Torte eine sehr gute Idee und hat sehr viel Freude bereitet, auch wenn sie quasi nur aus Sahne und Keksen bestand. Danach sind wir dann das erste mal Tanzen gegangen. Gleich in einen richtigen Szeneclub mit nur Afroamerikaner. Bis auf dass ich noch nicht mal ansatzweise zum Rap und Hip Hop tanzen kann wie die, hat es aber Spaß gemacht und ich habe beim Tanzen auf Grund von Platzmangel und fehlender Klimaanlage auch die Torte wieder abtrainiert.
Langsam fange ich an, die Stadt sehr lieb zu gewinnen. Sie ist wirklich wie ein ganz großes Berlin, wenn man hier mit Einheimischen ausgeht, lernt man die coolsten Plätze kennen. Am Donnerstag war ich mit Freunden in "The Frying Pan", eine Bar / Restaurant auf den Piers direkt am Hudson River. "The Frying Pan" ist ein ehemaliges Frachtschiff, was um 1980 rum in Tennessee in einem Sturm gesunken ist. Irgendwer kam dann auf die Idee, es nach 3 Jahren wieder aus dem Wasser zu holen und in Baltimore restaurieren zu lassen. Danach wurde es nach New York gebracht und dort an diesem Pier verankert und ist jetzt die coolste und muffigste Bar die ich kenne. Man kann sowohl auf dem Pier selbst (und auf dem Dach des Pierst) als auch auf dem Schiff selbst trinken und Party machen bis spät in die Nacht. Die Spuren von 3 Jahren Wasser und Algen sieht man ziemlich deutlich innerhalb des Schiffes und es riecht auch so wie es aussieht. Wurde aber ziemlich einfallsreich hergerichtet, mit Sofas und Sesseln überall, einer Disco mit DJ Kabine im Motorraum und Tanzfläche mit Licht- und Soundanlage im Bug. Wenn's vorher noch keinen Grund gab mich mal besuchen zu kommen, dies ist einer :) dort würd ich gern mal mit euch ein bissl feiern gehen.
Außerdem für die Langeweile ein Spielraum mit Tischtennis, Dart und Lazertennis. Tischtennis wurde dann auch gleich ausprobiert in einer Spezialvariante um die Biergläser herum. Ich hab mich darauf beschränkt Fotos zu machen und kein Bier abzubekommen.
Der einzige Nachteil dieser Bar ist, dass sie auf Wasser schwimmt. Nicht gut unter Alkoholeinfluss. Ich habe nur zur Feier des Tages 2 wunderbare amerikanische Biere getrunken (nein ganz ehrlich, das "Brooklyn Lager" ist echt ganz okay), das wirkt sich ordentlich auf den Gleichgewichtssinn auf einem schaukelnden Pier aus. Ich hab mich gefühlt wie nach 5 Bier! Abenteuerlustig wie ich bin, musste ich natürlich noch mal kurz meinen Kindheitstraum verwirklichen: einmal im Leben Indiana Jones sein! Hat auch geklappt, auch wenn's nicht so aussieht. Ich entdecke hier ganz neue Jobmöglichkeiten die viel aufregender und lebensgefährlicher sind, ich sollte die Karriere bei IBM wohl doch hinschmeißen, auch wenn's grad ganz gut läuft :)
Heute hab ich was richtig cooles erlebt: "The taste of Time Square"!
Das ist ein Event am Time Sqare, wo 50 Restaurants verschiedener Nationalitäten und aller Preisklassen ihr Essen in mehr oder weniger großen Häppchen vorstellen. Man kauft sich 1$ Tickets und kann sich dann überall damit Essen holen, was ungefähr 1-3 Tickets kostet. Dafür kann man aber für sehr wenig Gelt (für New Yorker Verhältnisse) sehr viel gutes Essen ausprobieren, vor allem auch welches von den richtig teuren Gourmetrestaurants. Dementsprechend voll war es dann, ich meine der Time Square ist immer voll, aber heute hat es sich angefühlt wie in einer Sardinenbüchse. Überall waren auch noch Life Musik und Tanzshows dazwischen. Aber das Gedrängel hat sich auf jeden Fall gelohnt, die Auswahl war ein Traum!
Zuerst kamen wir an einen Stand mit Torten, die sahen so gut aus! Vor allem diese Schokoladentorte hier... Ich bin allerdings wirlich dem Käsekuchen verfallen und hatte den zweitbesten New York Cheescake meines Lebens (der beste war der mit der Schokoladensauße), und zwar mit einer heißen Zimt-Bananen-Sauce, genial! Ich muss unbedingt das richtige Rezept für diesen Käsekuchen rausbekommen und den dann zuhause mal backen, ich bin sicher ihr werdet ihn lieben :) !!!
Danach sind wir an einigen coolen Ständen vorbei gelaufen, aber ich wollte mir erstmal einen Überblick verschaffen bevor ich mich satt esse. Da ich unter akutem Fleischmangel leide, hab ich mich dann für "American Spare Rips" entschieden, Rippchen mit einer scharfen BBQ Sauce, das war ziemlich gut. Danach hatte ich das beste Essen überhaupt: "Aligator in a mantle". Es war ein typisches Südstaaten Restaurant, sehr schweres herzhaftes fleischlastiges Essen, genau mein Geschmack. Da hab ich also zum ersten Mal Alligator gegessen (ja ein Krokodil) in einem Blätterteigmantel mit einer etwas süßlichen Sauce. Also sowas delikates!! Das muss ich unbedingt noch mal essen, respektive in das Restaurant gehen.
Danach hatte ich als Häppchen noch ein Ei mit irgendwie so einer Masse darin und Kavier obendrauf, ich hab leider den Namen vergessen. Aber es war auch etwas Typisches aus den Südstaaten und hat sehr lecker geschmeckt. Danach hatte ich noch 2 Tickets übrig und brauchte noch einen Nachtisch, der letzte Stand an dem wir vorbei gelaufen sind hat Cookies verkauft - allerdings in der genialen Kombination mit Eis. Ich hatte als dann ein warmes Cookie Sandwich mit Eis dazwischen - woaahhh war das gut. Und so viel, hat sich angefühlt wie mindestens 1000 Kalorien auf einen Schlag. Aber so gut!! Auch eine Sache die ich in Deutschland einführen möchte, warme Cookies oder warmen Kuchen mit Eis. Ich mach einfach einen Laden auf oder so.
.... Dann bin ich nur noch nach Hause gekugelt und fühl mich auch jetzt noch ziemlich voll, aber ich werd morgen einfach Laufen gehen dann ist das wieder weg :)
Das Wetter ist hier ziemlich verrückt, aber ich mag es. Es ist unglaublich heiß und stickig, wenn auch kein Vergleich zu gewissen asiatischen Ländern ;) Es sind jetzt Tag und Nacht immer mindestens 30 Grad, die Luftfeuchtigkeit liegt immer so bei 50-70 %. Wenn man draußen sitzt, wirklich nur sitzt und sich nicht bewegt, fließt man quasi schon weg. Bei den U-Bahn Stationen kann man dann noch mal 5 Grad draufschlagen. Trotzdem hab ich mir angewöhnt immer noch irgendwas zum Überziehen mitzuschleppen, denn je nachdem wielang man warten muss, steigt man dann verschwitzt in die ca. 18 Grad kalte U-Bahn ein - und fühlt sich wie in einer Gefriertruhe. Dasselbe gilt für sämtliche Läden und das Büro - ich weiß nicht warum, aber die kriegen das irgendwie nicht hin hier mit den Klimaanlagen. Bis jetzt ist mir aber glücklicherweise eine Erkältung erspart geblieben. Das liegt möglicherweise daran, dass ich jede Nacht in lange Saunagänge in meinem Zimmer unternehme, da ich keine Klimaanlage habe und es drinnen meist noch heißer ist als draußen. Aber ich gewöhn mich an alles, ich mags lieber sehr warm als kalt :) Die Sommer sind hier so heiß weil New York von den Breitengraden her etwa auf Höhe Süditaliens liegt und noch zusätzlich vom Golf von Mexico beeinflusst wird. Da es direkt am Wasser liegt gibt es keine schützenden Berge, und wegen den ganzen Hochhäusern bleibt die Hitze in der Stadt. Sehr schön wenn man nicht grade arbeiten muss - wobei ich das glaube ich ab nachmittags jetzt in den Park verlege, wo netterweise überall Hotspots zur Verfügung gestellt werden.
Am Wochenende habe ich einen neuen Stadtteil besucht: Brooklyn. Ich denk ja immer noch ich bin in den USA, und dass dort alle Englisch sprechen. Falsch gedacht, in Brooklyn zum Beispiel sprechen nur etwa die Hälfte der Einwohner (insgesamt etwa 3 Millionen) Englisch. Ungefähr 10% sind Spanisch, 8% Russisch und der Rest teilt sich auf alle möglichen Nationalitäten auf, die natürlich alle wieder ihre eigenen Viertel haben. Um von Manhattan nach Brooklyn zu gelangen überquert man die Brooklyn Bridge, über die ich durch Zufall schon an meinem ersten Tag gegangen bin. Sie gilt auch als Wahrzeichen New Yorks und ist die älteste Brücke. Deshalb ist sie wohl auch so ein beliebtes Motiv für Hochzeitsfotos, ich habe ca. 8 Hochzeitspaare innerhalb von 1 Stunde gesehen. Ich hab dann das Motiv auch schon mal ausprobiert :)
Zurück in Manhattan hab ich dann den ersten verhältnismäßig recht günstigen Klamottenladen gefunden: Century 21, gilt als Geheimtipp. Ich hab zwar noch nichts gekauft, aber ich werd definitiv noch einmal hingehen: da gibt es Designermode zu wirklich niedrigen Preisen. Ich hatte Calvin Klein Schuhe an für 40 $ und 2 Kleider von Calvin Klein und Polo Ralph Lauren für e 100 $$, Orginalpreis 350$. Das war schon cool, die sahen wirklich aus wie im Fernsehn! Allerdings 2 Nummern zu groß, zu schade.
Auf dem Rückweg hab ich noch was ziemlich cooles entdeckt, die machen hier auch aus allem eine Kusnt: da hat jemand die Ampelmännchen aus 99 Städten auf der ganzen Welt dokumentiert, eine ziemlich coole Idee. Aber ich muss sagen, Berlins Ostampelmännchen ist immer noch mein Favorit!
Montag war "Memorials Day", einer der wenigen amerikanischen Feiertage. Ich habe die Zeit und das Wetter genutzt um einen Ausflug nach Staten Island zu machen, da die Fähre mit der Metro Card kostenlos ist und man einen tollen Blick auf die Skyline der Südspitze Manhattans hat. New York hat 5 "Boroughs", also Stadtteile: Manhattan, Brooklyn, Queens, die Bronx und Staten Island. Nur einer davon, die Bronx, ist mit dem amerikanischen Festland verbunden, das heißt der Rest New Yorks besteht eigentlich nur aus Inseln. Man sollte meinen dass es sich dann auch als eine Hafenstadt qualifiziert, aber davon ist im ehemaligen Hafenbecken und auf den beiden Flüssen die Manhattan umarmen, dem Hudson und dem East River, nicht viel zu merken. Traurig fahren hier ein paar Tanker rum, ansonsten nur vereinzelt Segelboote und Fähren. Früher kamen hier Schiffeweise die Immigranten an, wurden von der Freiheitsstatue auf Liberty Island begrüßt und in auf Ellis Island gebracht, wo die Einreisebehörde und das Tor zum Land der Freiheit war. Heutzutage scheren sich die New Yorker augenscheinlich nicht darum, am Wasser zu wohnen. Früher war es sogar nicht vornehm, in der Nähe des Wassers zu wohnen. Sie haben sogar auf einer der kleineren Inseln, Ryker's Island, das Gefängnis untergebracht, auf einer anderen, Roosevelt's Island, die Seuchenstation und die Irrenanstalt. Das Gefühl ändert sich aber so langsam, am Rand Manhattans entstehen sehr schöne Parks sodass man direkt am Wasser langlaufen kann. Die Skyline von "The big apple" das erste Mal von weitem zu sehen, war ziemlich beeindruckend, auch wenn es nur die Spitze Manhattans war und nicht die Längsseite mit all den berühmten Gebäuden. Manhattan hat tatsächlich über 4500 Hochhäuser, denn nur so schafft man es so viele Leute auf einer so kleinen Insel unterzubringen. Unglaublich, da hab ich es mal geschafft ein bisschen zu begreifen, wo ich eigentlich bin.
Die Erkenntnis habe ich dann bei Bier und Burger in einem Irish Pub, "the Corner Store", im Greenich Village verdaut...
Und dann noch zu einem kleinen Spaziergang im irischen Viertel der Stadt auf der "High Line", einer stillgelegten überirdischen Eisenbahnstrecke. Dort wurde ein kleiner Park gebaut, durch den Mann über der Straße schlendern kann.. weil man sonst keinen Platz für Gärten hat. Einfallsreich sind sie ja schon, die New Yorker.
Sonntag war ich bei dem ersten Baseball Spiel meines Lebens, richtig cool! Ich habe Freikarten von einem Mitbewohner für ein Spiel der New York Yankees bekommen, das berühmteste und beste Team der USA. Während woanders Football und Basketball berühmter sind, lieben die New Yorker ihren Baseball, vergleichbar mit Fußball in Deutschland.
Das Stadion liegt in der Bronx, nicht weit von meinem Zuhause entfernt. Bei 35 Grad sind die Menschenmassen in ihren blauweißen Yankee Trikots und Kappen dort hinein geströmt, überall roch es nach amerikanischen Popcorn und Hot Dogs. Unsere Plätze waren sehr weit oben, was uns einen super Blick über das Stadion und das Spielfeld gewährte. Als die Spieler auf das Feld gekommen sind heizte sich die Atmosphäre auf und alles jubelte – ein tolles Gefühl mitten drin zu sitzen. Dann begann das Spiel, ich hatte erwartet das alle gebannt auf ihren Plätzen dem Spiel zuschauen und die Yankees anfeuern – doch nein, ich bin hier ja nicht beim Fußball, sondern beim Baseball. Und ein Baseballspiel dauert gut und gerne auch mal 5 Stunden, weshalb die Hauptbeschäftigung der Zuschauer dann in Hot Dogs, Snacks, Eis und Bier bestand. Alle wuselten herum und holten sich Nachschub von den zahlreichen Verkäufern in den Reihen. Wenn dann beim Spiel aber doch was passierte, waren alle wieder erstaunlich schnell bei der Sache und jubelten.
Für alle, die Baseball nicht kennen (wie ich vorher) und interessiert sind wie es funktioniert, hier eine kurze Einleitung: Das Spielt teilt sich auf in 9 Innings, vergleichbar mit Runden. In einem Inning ist ein Team, bestehend aus 9 Spielern, in der Offensive und kann durch Runs Punkte sammeln. Dazu muss ein Batter, die Person mit dem Baseballschläger, versuchen den vom Pitcher geworfenen Ball zu schlagen und dann zu den Bases zu rennen. Das andere Team versucht währenddessen auf dem Feld den Ball möglichst schnell wieder zurück zum Schläger zu werfen, bevor dieser eine Base erreicht. Schaffen sie dies, ist der Schläger aus dem Spiel. Schaffen sie es nicht, kann der Schläger dort stehen bleiben und beim nächsten Schlag weiterlaufen. Wenn er es schafft über alle 4 Bases zu rennen ohne dass der Ball ihn vorher erreicht, macht er einen Punkt. Die Bases sind angeordnet wie ein Diamand. Wenn er mit einem Schlag alle 4 auf einmal schafft, ist das ein Homerun. Die Mannschaft darf solange schlagen, bis sie entweder 4 Balls, das heißt schlecht geworfene Bälle vom Pitcher haben, oder 3 Strikes, das heißt nicht getroffene Bälle vom Schläger haben. Dann wechseln die Mannschaften die Plätze und die andere Mannschaft darf schlagen. Für weitergehende Informationen schlagen Sie bitte in Wikipedia nach :)
Ein interessante Erkenntnis zum englischen Sprache zwischendurch: Baseballausdrücke werden fast überall in den amerikanischen Sprachgebrauch eingebunden. Vor allem wenn es um Flirten und Liebe geht. Wenn ein Junge es hier zum Beispiel schafft, ein Mädel anzumachen, so ist er "zur ersten Base gekommen". Schafft er es auch rumzumachen, macht er ein "double", schafft es also sogar bis zur zweiten Base. Alles was darüber hinaus geht und was ich hier jetzt nicht explizit beschreiben werde, nennt sich "triple", das Bett ist also der dritten Base gleichgestellt. Tja und alle die es wirklich ernst meinen, schaffen es auch "home"... Das Spiel zieht sich doch ganz schön hin, deshalb bin ich natürlich der amerikanischen Tradition und dem Gruppenzwang gefolgt und mir einen Hot Dog und ein Bier geholt sowas schlechtes, aber wenn schon amerikanisch dann richtig. Außerdem gab’s noch Snacks wie Kekse und Erdnüsse umsonst. Ich ärger mich auch, dass ich keine der Werbungen aufgenommen habe, die zwischen den Innings auf den großen Bildschirmen kommen, die waren genauso lustig wie dämlich. Nach 4 Stunden Jubeln, Langweilen, Mampfen und Tanzen war das Spiel dann vorbei.
Danach bin ich erst mal in den Park, hatte ich ein starkes Bedürfnis nach Stille und Harmonie ..