Samstag, 26. Juni 2010

rooftop feeling

So endlich mal wieder Zeit zu schreiben...
Letzte Woche hat mich die Klimaanlage erwischt, einen dauerhaften Temperaturwechsel mit 20 Grad Unterschied von U-Bahn Station zur U-Bahn, Draußen und Laden, Draußen und Büro etc. macht mein Körper dann doch nicht mit, da hilft mir noch nicht mal das viele Obst und Gemüse. Deshalb war ich dann letzte Woche gezwungen, es mal ruhiger angehen zu lassen und von zuhause zu arbeiten. Gelobt sei das flexible Arbeitssystem der IBM. Die wissen schon was sie tun.

Ein bisschen habe ich dann doch gemacht, ich wurde von meinen Mitbewohnern in die "Rooftop Lounge" eingeladen, eine Bar auf dem Dach eines Hochhauses. Da die New Yorker ja nur begrenzten Platz auf dem Boden haben, versuchen sie alles in einem Hochhaus oder auf einem Dach unterzubringen. Ich habe sogar schon Kindergärten und Spielplätze auf Häuserdächern gesehen. Ich freu mich wirklich, dass ich eigentlich vom Dorf komme und noch auf Bäume im Wald geklettert bin anstatt auf Hochhäuser. Erklär mal einem New Yorker Kind was ein Wald ist ^^ sowas wie ein Park, nur ohne Wege und Menschen. Naja, jedem das Seine.
Ich habe mich sehr gefreut über die Einladung und bin obwohl ich keine Stimme hatte hingegangen. Das war dann sogar ganz hilfreich, ich habe mich sehr viel mit einer meiner koreanischen Mitbewohnerinnen unterhalten. Sie ist ein sehr netter Mensch, aber wir haben uns hauptsächlich über Zeichensprache verständigt, was sehr lustig war. Da sie in einem Wellness Hotel arbeitet, habe ich sogar das Angebot für kostenlose Maniküre und Pediküre in unserem Apartment bekommen, ziemlich cool! Auch wenn ich auch ohne tolle Nägel überleben würde, für umsonst werd ich mir das nicht entgehen lassen... Hier ist jeder zweite Laden ein Nagel Studio, ich glaube hier läuft kaum jemand rum der das nicht machen lässt, außer arme Studenten :)
Die Bar war sehr schön, ein Palmengarten auf dem Dach mit Aussicht auf die nächtliche Skyline, das Empire State Building gleich nebenan. Was uns keiner vorher gesagt hat, dass dort an dem Abend eine private High-Society Party stattfindet - ich habe noch nie soviele gutgekleidete (ich sage bewusst nicht "gutaussehende") Menschen mit sovielen Champagnergläsern auf einem Haufen gesehen. Ich krankes Huhn war im Freizeit Dress mit Schal und Strickjacke gekommen und kam mir doch etwas deplaziert vor. Aber was solls dachte ich mir, dann eben wirklich Tourist sein und Fotos machen. Es war ein sehr netter Abend und bunt gemischt, hier ein paar der Berufe die anwesend waren: Filmregisseur, Kameramann, Ballettdarstellerin, Buchhalter, Molekularbiologin, Sozialarbeiter, Masseuse, Psychologin... und IBMer ^^. Die Gespräche waren demensprechend sehr interessant, es ist toll mal in ein ganz anderes Leben reinzuschnuppern.


Weil ich mich an dem Abend bei meinen zwei koreanischen Mitbewohnern beschwert habe, dass ich noch nie koreanisch gegessen habe, haben sie mich dann noch ins "K-Town" (Korea Town), dem koreanischen Viertel von New York gebracht. Ja, es gibt wirklich für jede Nationalität hier mindestens eine eigene Straße. Dort habe ich dann gleich 3 verschiedene koreanische Reis und Gemüsegerichte und Sushi ausprobiert, was sehr lecker war. Ich hoffe ich habe noch die Gelegenheit ein bisschen Kochen von Ihnen zu lernen, Bedanken kann ich mich jetzt schon auf koreanisch:
대단히 고맙습니다.
ausgesprochen: KAM-sa Hamni-DA!



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