Montag, 3. Mai 2010

first impressions



Nun habe ich es endlich geschafft einen Blog einzurichten und von allem zu berichten.

Am Samstag bin ich von Düsseldorf losgeflogen über Paris zum JFK Airport geflogen, mit dem neuen (riesigen und doppelstöckigen) Airbus A 380, ziemlich cool.
Ich halte mich ja eigentlich meinem Aussehen nach für eine nicht grade verdächtige Person - zumindest weniger als andere Personen - ich wurde aber gleich 3 mal herausgefischt. In Deutschland musste ich ein paar mal versichern, dass ich auch wirklich keine Flüssigkeiten dabei habe - der nette Beamte hat es mir nicht abgekauft, dass ich ungeschminkt bin und auch tatsächlich kein Makeup in meinem Rucksack mit ins Flugzeug nehme.
In Paris dann sollte ich meinen Rucksack von allen elektronischen Geräten befreien - die ich dummerweise alle im Handgepäck verstaut hatte. Da kamen dann 2 Laptops + Netzteile, 2 Handys + Ladegeräte, Fotoapparat plus Dockingstation, externe Festplatte und USB Sticks zum Vorschein - und die Schlange hinter mir hat mich geliebt.
In NY dann hatte ich zumindest keine Probleme mit meinem 'Immigration Officer', ich konnte ihm glaubwürdig versichern, dass ich wirklich nicht länger als 4 Monate bleibe und auch nicht ausversehen in Hundekot getreten bin und eine Krankheit mit in die USA bringe (tatsächlich eine Frage im Fragebogen).
Nach ca. 24 Stunden bin ich dann endlich im 6- Raum Apartment angekommen - wo mich ein kaputtes Bett erwartete, was dann erst noch repariert werden musste. Mittlerweile habe ich auch 4 der 5 Mitbewohner kennen gelernt - darunter eine dänische Tänzerin, ein amerikanischer Kameramann und eine koreanische Medizinstudentin. Dementsprechend ist die Lebensmittel und Gewürzauswahl in der Küche, ziemlich cool, aber die Sauberkeit der Wohnung leidet doch enorm. Am nächsten Morgen bin ich erstmal raus um beim Joggen die Gegend zu erkunden - ich wohne zwischen Upper West Side und Harlem, also ganz im Norden von Manhattan fast direkt am Hudson River. Den habe ich auch prompt über die George Washington Bridge überquert und versucht in den Smogschwaden der 4 spurigen Straße neben mir die Skyline zu erahnen.
Der Hudson ist unglaublich dreckig - früher wurden sämtliche Abwässer dort abgeleitet bzw. auch Tote darin beseitigt...also ich möchte dort nicht mit einem Flugzeug landen und dann aussteigen müssen.









Nach dem Duschen - was hier übrigens auch ein Erlebnis ist - gings dann ab in die Stadt. In anderen Städten in den USA wird im Sommer bei Wasserknappheit das Rasensprengen und Autowaschen verboten. In New York, wo niemand einen Rasen besitzt, wird Wasser gespart indem die Duschen nur noch tröpfeln dürfen. Ein Großteil der Duschköpfe in den älteren Häusern (wie meinem) habe doch tatsächlich einen Stopper um den Druck des Wasserstrahls zu reduzieren. Was besonders hilfreich ist wenn man nach 1 1/2 Stunden Joggen in stickiger staubiger Luft den Dreck loswerden will.
Nun zur Stadt - riesig, beschäftigt und facettenreich. Die ganze Stadt besteht aus einzelnen 'Neighbourhoods', für jede Nationalität und ethnische Gruppe ein kleiner Stadtbezirk, meist nur ein paar Blocks...China Town für die Chinesen, Greenwich Village für die Iren, Little Italy für die Italiener (da wo der Pate Michael Corleone gelebt hat) und so weiter...Selbst manche Geschäfte gehören hier immer nur einer Nation, z.B. der 'Chinese Laundry' oder die 'Korean Grocery Stores'. So groß ist dann auch das Angebot an Restaurants und Läden, die alle Nationalitäten bedienen. Darüber bin ich außerordentlich froh - das Angebot an ungesundem Zeug in den Supermärkten ist unglaublich groß. Ich war in mehreren Supermärkten und der Anteil an Fertiggerichten in allen erdenklichen Variationen und Süßkram mit Karamellschickt und dreifachem Schokoüberzug liegt im Vergleich zu Gemüse oder Obst bei 80%. So verhält es sich auch größtenteils mit den Preisen. Ich hab verzweifelt nach nur EINER richtigen Wurst (ein Hoch auf die Ahle Wurst) oder einem Käse gesucht - keine Chance. Als Liebhaber von richtigem Brot blieb mir hier ja auch nur noch das Knäckebrot. Außerdem eins der 5 Müsli Packungen die in der letzten Reihe neben den gefühlten 500 Cornflakes Packungen standen (siehe links). Übrigens gibt es hier auch nur alles in Monsterpackungen - Shampoo in (mindestens) Literflaschen und Chips ab nem Kilo aufwärts.

Nachdem ich nun endlich etwas zu essen gefunden habe bin ich ab in die Stadt, 'Lower Manhattan' kennen lernen. Dafür bin ich mit der Subway gefahren, uhhh ganz gruseliges Ding. Und unglaublich heiß und stickig. An dieser Stelle ein dickes Lob an Europa, die haben das voll im Griff mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Amerikaner nicht so.
Pläne, wo die U-Bahn eigentlich langfährt, wurden erst vor ein paar Jahren eingeführt und hängen nicht in jeder Station und sind auch nicht immer richtig. Feste Zeiten oder Anzeigen wann die U-Bahn das nächste Mal fährt gibt es garnicht - ich schätze das immer an der Anzahl Leute ab, die am Bahnsteig stehen, ob es sich lohnt zu warten oder nicht. Die U-Bahnen enden auch willkürlich zwischendurch mal and einer Station und wenn man die Lautsprecher Durchsage aufgrund der Technik aus der Zeit des 2. Weltkrieg nicht versteht (was glaub ich keiner tut) dann hat man Pech gehabt und muss unter Umständen eine halbe Stunde auf die nächste warten.
Die U-Bahn Stationen sind auch wirklich gruselig, alte feuchte Gewölbe mit stickiger Luft und gedimmten Licht. Tatsächlich lebten in dem weitverzweigten Subway-Netz mit stillgelegten Tunneln und verlassenen Stationen auch Menschen - die 'Mole People'. Obdachlose haben sich eine kleine Kleinstadt in einem U-Bahn Tunnel mit Küchen und allem eingerichtet, bis sie 1996 von der Polizei verscheucht wurden. Ich habe gelesen, das von New Yorks 30.000 Obdachlosen heut auch noch geschätzt ca. 300 in den Tunneln leben. Deshalb schaue ich immer ganz konzentriert raus wenn ich Subway fahre und bei den Netz an Verliesen kann ich mir sehr gut vorstellen dass dort die Obdachlosen Schutz suchen - ein bisschen gruselig.
Wie es die U-Bahn dann so wollte bin ich gleich in Brooklyn gelandet - also auf der anderen Seite des Meeres (Manhattan ist ja eine Insel), weil meine Station wegen Bauarbeiten weggelassen wurde. Deshalb bin ich dann über die Brooklyn Bridge wieder zurück nach Manhattan gelaufen mit wunderbarer Sicht auf einen Teil der Skyline und jede Menge Touris um mich herum. Allerdings falle ich da nicht so auf wie inmitten der Dunkelhäutigen und Asiaten in meinem Viertel - 'echt' Blond zu sein ist wirklich ne Rarität.
Dann bin ich in die Stadt - klasse Idee bei unglaublich stickigen (mindestens) 30 Grad am Sonntag ^^ aber mal typisch Touri sein für die ersten Tage.
Ich hab mir den Broadway und die Wall Street angeschaut, beeindruckend aber am Wochenende natürlich nicht so viel geschäftliches los. Ich konnte es auch nicht ganz realisieren dass ich die New Yorker Börse sonst immer im Fernsehen sehe und nun davor stehe.
Dann bin ich zur südlichsten Spitze von NY - dem Battery Park. Von dort aus kann man das Hafenbecken von New York sehen mit der Freiheitsstatue und Ellis Island, wo früher tausende Einwanderer jeden Tag aufgenommen oder abgelehnt wurden und heute ein Museum ist.
Ehrlich gesagt war ich ein bisschen enttäuscht von der Freiheitsstatue - die ist sowas von winzig! Ungefähr wie die Mona Lisa, die man auch für größer hält bis man sie sieht. Die 'Statue of Liberty' ist 92 m hoch und vom Ufer aus nicht sehr gut zu sehen. Ich werde irgendwann mal mit der Fähre rüberfahren und sie mir näher angucken.
Danach bin ich noch zum Ground Zero gelaufen, wo einmal das World Trade Center stand. Dort is nun inmitten der Hochhäuser ein freier Platz mit unzähligen Kränen steht. Hier sollen jetzt 7 neue Türme entstehen, unter anderem der Freedom Tower mit einer Höhe von 330 m als Gedenken and 9/11 und die Freiheit des amerikanischen Volkes. Abgekämpft bin ich dann noch zum Central Park, der grünen (6 km langen) Oase der Stadt. Ist zwar alles künstlich angelegt, aber trotzdem sehr angenehm nach der stickigen Luft in der Stadt. Nach 6 Stunden Rumlaufen eine willkommene Erholung...

So genug erzählt für heute, schon ganz schön viel für den Anfang. Demnächst dann mehr :)
Freu mich über alle Kommentare, liebe Grüße in die Heimat!

3 Kommentare:

  1. coole Bilder!!! zum Inhalt kann ich nicht viel sagen, ist mir zu viel Text

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  2. Mir hat der Text gefallen. Ein paar Mal musste ich echt grinsen. Also wie ein Verbrecher siehst du nun wirklich nicht aus. Ganz liebe Grüße sendet Ellen

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  3. Hey,
    hatte jetzt mal Zeit deinen Blog zu lesen (bin an der Arbeit ;) ) echt cool geschrieben, wäre soooo gern bei deinen Erlebnissen jetzt schon dabei. Aber naja, holen wir ab dem 5.8. nach freu mich schon auf deinen nächsten Artikel,

    Kuss, Marcel

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