Es findet ein allgemeiner Wettbewerb statt, als schnellster über die Straße komme, sich als Letzter in die U-Bahn quetschen oder gesehen werden. Wer nicht bei dieser Geschwindigkeit mithalten und agressiv genug ist oder vom Äußeren nicht reinpasst, beispielsweise die Alten, taucht auch nicht auf. Außer den Armen und Obdachlosen, die in Ecken und auf Bänken häufig zu finden sind, habe ich noch keine älteren Menschen gesehen. Der Altersdurchschnitt von New York beträgt 33,1 Jahre.
Da ich ein Mensch bin, der doch gelegentlich neben der Hektik mal einen ruhigen Ort braucht, um das Leben zu genießen und nicht vor dem Altern wegzurennen, habe ich versucht mein Zimmer etwas wohnlicher zu
gestalten. Da der Raum in New York begrenzt und die Wohnungen sehr begehrt sind, ist die Miete dementsprechend teuer und Qualität der Wohnungen niedrig. Meine Wohnung liegt ganz im Norden von New York über der Upper West Side. Die Umgebung is ok, zahlreiche Supermärkte und alle möglichen anderen Läden (vor allem unglaublich viele Fast Food Restaurants) in der Nähe und auch die U-Bahn Station ist nur die Straße hoch. Zum Laufen ist der Riverside Park am Hudson in der Nähe, doch bis jetzt bin ich immer über die Washington Bridge rüber nach New Jersey (raus aus New York) gelaufen, da die Grenze zwischen den Staaten genau in der Mitte des Hudson liegt.
Die Straßenaufteilung ist in New York übrigens nach einem quadratischen Muster angelegt worden. Senkrecht verlaufen von rechts nach links die Avenues, waagerecht von unten nach oben die Streets. Ich wohne in der 168th Street und arbeite in der 23th Street Ecke Madison Avenue.
Mein Zimmer im 6 Personen Apartment kostet schlappe 700 €, Ausstattung ist ein Bett, ein Schrank, ein Tisch und fast nie Internet. Aus dem Fenster kann ich den Himmel leider nicht sehen und nicht erkennen, ob ich nun Regensachen oder kurze Hose anziehen muss, da ich in einen winzigen Innenhof schaue. Da bin ich doch tatsächlich (und wer mich kennt mag es kaum für möglich halten) in einen Kitschladen hier gegangen, um mir eine Tischdecke und Kerzen zu kaufen. Schon viel besser jetzt. Natürlich hab ich mir
auch eine Fressecke eingerichtet, wo ich mir wieder gute Laune hole wenn es nicht so glatt läuft. Für New Yorker Verhältnisse ist die Wohnung glaube ich echt gut. Hier gibt es sogar extra Hallen für Kleidung und Dinge, die die Bewohner der Stadt wegen Platzmangel nicht in ihrer Wohnung unterbringen können. Und das sind nicht wenige.
Meine Mitbewohner sind sehr nett, ich habe mittlerweile alle kennen gelernt. Vorgestern habe ich schon orginal koreanisches Essen bekommen, hab leider den Namen vergessen, es so etwas ähnliches wie Frühlingsrollen mit Fleisch gefüllt, sehr lecker. Am Wochenende bin ich auch schon zur privaten Stadt- bzw. Parkführung eingeladen. Außerdem habe ich mir vorgenommen, mir die verschiedenen Stadtteile mit den Nationalitäten anzuschauen und mal überall das Essen auszuprobieren :)
Um das ganze Essen abzubauen und nicht nach Hause zu kugeln, laufe ich dann einfach mal alles ab... :)
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